Projekte




Sprachphilosophie

Wörterbücher der Sprach- und Kommunikationswissenschaft Band 15: Sprachphilosophie (Reihe WSK) (Kooperation mit Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer, Universität Leipzig; Prof. Dr. Stefan Schierholz, Universität Erlangen-Nürnberg) Die WSK-Reihe enthält thematisch gegliederte Fachwörterbücher, die beim Verlag Mouton de Gruyter ab 2008 fortlaufend erscheinen. Jeder Band soll ca. 1500 Lemmata enthalten und wird von jeweils zwei Bandherausgebern gestaltet. Gemeinsam mit Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer wird der Band 15 zur Sprachphilosophie vorbereitet. Nähere Informationen zur Wörterbuchreihe finden sich unter http://www.wsk.uni-erlangen.de. Inzwischen ist bereits eine Reihe von Artikeln online erschienen. Die Artikel sind abrufbar unter http://www.degruyter.com/view/db/wsk.


Philosophie der Sprache. Anthropologische Dimensionen

Im Zentrum der Überlegungen zur Philosophie der Sprache steht eine Kritik an verschiedenen Ansätzen der analytischen Sprachphilosophie sowie die Formulierung einer hermeneutisch und anthropologisch fundierten Philosophie der Sprache. Artikulation und Performanz statt Repräsentation, so lautet die Formel, auf welche man die Grundthese bezüglich der Funktionsweise von Sprache bringen könnte. Es ist eine Monographie geplant, in der mit Überlegungen zum Verhältnis von Sprache und Welt, Sprache und Geist sowie mit Untersuchungen zu den Beziehungen zwischen Sprache, Verständigung, Macht und Kreativität der Facettenreichtum menschlichen Sprechens zur Darstellung gebracht werden soll. Das Buch wird unter dem Titel Sprache in der Reihe "Grundthemen der Philosophie" im Verlag De Gruyter erscheinen.


Philosophie der Fiktion

Das Thema Fiktion wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts von verschiedenen philosophischen Perspektiven aus behandelt. Fiktionen wurden u.a. als Gegenstand des Als-Ob verstanden von Vaihinger, Hamburger oder Searle; oder aber als eine Form von Narrativen bei Genette, als Ausdruck der Intention des Autors bei Danto und Searle oder als eine Form des Spiels bei Walton. Im Zentrum des Forschungsprojektes stehen folgende Fragen: Was sind Fiktionen? Welche Rolle spielen kognitive und affektive Phänomene bei unserer Auseinandersetzung mit Fiktionen? Zu dieser Thematik entsteht eine Habilitationsschrift (Íngrid Vendrell Ferran). Erste Ergebnisse zu diesem Schwerpunkt sind publiziert in Christoph Demmerling und Íngrid Vendrell Ferran (Hg.), Wahrheit, Wissen und Erkenntnis in der Literatur. Philosophische Beiträge, Berlin 2014.


Verstehen, Bedeutsamkeit und praktische Begriffe

Das Projekt "Verstehen, Bedeutsamkeit und praktische Begriffe" wird von der DFG für die Dauer von 36 Monaten mit Mitteln bis zur Höhe von 140.000 Euro gefördert. Es verfolgt das Ziel, zu klären, wie nicht-sprachliche Prozesse des Verstehens, z.B. im Rahmen von instrumentellen Handlungen oder sinnlichen Erfahrungen, vor dem Hintergrund klassischer sprachphilosophischer Fragestellungen aufzufassen sind. Die Kernthese lautet, dass sich hochstufige Denkprozesse, die im Medium sprachlicher Bedeutung vollzogen werden, auf der Grundlage leiblich-sinnlicher Interaktionen mit der Umwelt herausbilden, die Bedeutsamkeit aufweisen. Bedeutung und Bedeutsamkeit werden als wechselseitig sinnstiftende Phänomene aufgefasst, deren Verständnis wie auch deren Zusammenhang auf der Grundlage einer Analyse der Voraussetzungen des Sprachverstehens aufgezeigt und expliziert werden soll. Es wird insbesondere der Frage nachgegangen, welche Rolle Begriffe für sprachliches und nicht-sprachliches Verstehen spielen. Als Bestandteile von Gedanken, so die leitende These, sind sie für beide Formen des Verstehens wesentlich. Die gegenwärtige Debatte wird erweitert, indem der Begriff des praktischen Begriffs eingeführt wird, mittels dessen sinnliche Erfahrungen und (instrumentelles) Handeln ausdrücklich als Weisen des nicht-sprachlichen, gleichwohl aber verstehenden Weltbezugs rekonstruiert werden. Die Engführungen eines sprachlogisch überhöhten Begriffs vom Verstehen, der von vornherein am Verstehen propositionaler Gebilde orientiert ist, werden dabei ebenso vermieden wie eine inflationäre Verwendung des Begriffs, der zufolge bereits eine angemessene Reaktion auf veränderte Umweltbedingungen als Verstehen gelten kann. Das Ziel des Projekts besteht darin, im Kontext der gegenwärtigen Sprachphilosophie und Philosophie des Geistes einen neuen, pragmatisch fundierten Verstehensbegriff zu entwickeln und eine Alternative zum repräsentationalistischen Paradigma in Philosophie und Kognitionswissenschaft zu skizzieren. Auf diese Weise soll auch eine Erneuerung der Sprachphilosophie nach dem cognitive turn angestrebt werden. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt ist ab März 2014 Dirk Schröder.